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7. Februar 2011 1 07 /02 /Februar /2011 23:20

Vor kurzem wurde ich in einem Telefonat damit konfrontiert, dass jemand bei einem bekannten westlichen Schamanen in die Lehre geht. Dieser Herr scheint sein Wissen nicht so ganz rechtmäßig erworben zu haben. Und es ist wohl auch so, dass er das Wissen ohne die Einwilligung dessen weitergibt, von dem er es hat.

Das ist nicht gut.

Das verletzt nämlich nicht nur den Lehrer, sondern dessen ganze Ahnenlinie. Eine Form von Übergriffigkeit und Respektlosigkeit gegenüber indigenen Kulturen, die alles andere als in Ordnung ist. Und: Dieses Vorgehen könnte ein übles Nachspiel haben, mit dem der Westler nicht rechnet.

 

Schamanisches Wissen wird von Generation zu Generation vererbt. Es ist verwoben mit den Ahnen, mit dem Lebensraum, mit der Landschaft, mit den Ortsgeistern. Es ist die kulturelle Identität eines Volkes. 

Kommt man aus einem anderen Kulturkreis, kann man das nicht einfach an sich reißen und weitergeben. Das macht keinen Sinn. Genaugenommen ist das Raub der Identität eines Volksstammes.

 Und dann wird nicht einmal darum gebeten, das Wissen weitergeben zu dürfen. Man tut es einfach. 

 

Warum dringen wir Westler in die Kultur indigener Völker ein, reißen uns deren Wissen an sich, ohne uns die Mühe zu machen und nachzuschauen, was es da bei uns gibt?

Auch wir haben schamanisches Wissen.

Viel ist verlorengegangen. Aber es gibt Hinweise, denen wir folgen könnten.

Warum ehren wir das nicht? Warum machen wir uns nicht Mühe, danach zu suchen?

Ja, das ist mühsam. Und genau dabei können uns fremde Kulturen helfen. Sie machen uns sensibel für das, was es wieder zu finden gilt. 

Statt dessen werden massenhaft Veranstaltungen angeboten von Schamanen aus indigenen Kulturen, die das Wissen und damit die Identität  ihrer Völker verkaufen.

Was das wohl für Folgen haben wird?

Oder es treten Westler als Schamanen auf, die manchmal gar nicht verstehen, worum es bei bestimmten Ritualen tatsächlich geht. Da fehlen sehr oft der spirituelle Hintergrund, das nötige Einfühlungsvermögen und vor allem der Respekt.  

Und manchmal habe ich auch so das Gefühl, dass nicht jeder westliche Schamane sein Wissen rechtmäßig erworben hat. Und wer fragt schon nach, was er weitergeben darf und was nicht? Bei uns wird das dann nicht selten als seriöse westliche Forschungsarbeit verkauft.

 

Vorsicht: Da stimmt was nicht!

Spürt genau hin, wie sich ein Lehrer anfühlt.
Wie nehmt ihr die Energie wahr?

Was macht die Energie mit euch?

Ist es die Energie von Liebe/Mitgefühl?

Oder verwirrt die Energie, blockiert mein Denken und macht mich dadurch gut manipulierbar?

 

Ich möchte hier alle ernsthaften Schamanen aus den indigenen Kulturen um Vergebung bitten, dass das Wissen ihrer Kultur unrechtmäßig weitergegeben und vermarktet wird.
Das tut mir leid.

 

Ich möchte daran erinnern, dass wir in unserer westlichen Kultur viele Schätze haben, die es zu heben gilt. Wir können uns Anregungen holen aus den indigenen Kulturen, wonach wir zu suchen haben. Aber die Arbeit des Schatzhebens sollten wir selber leisten. Das bringt uns wirklich weiter. Nicht das Nachmachen von anderen Kulturen.

 

 

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